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Ekosem-Agrar plant Prolongation und Zinsreduzierung der Unternehmensanleihen

DGAP-News: Ekosem-Agrar AG / Schlagwort(e): Anleihe/Finanzierung
05.04.2022 / 15:03
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Ekosem-Agrar plant Prolongation und Zinsreduzierung der Unternehmensanleihen

  • Auswirkungen der Sanktionen, der Leitzinserhöhung und der Währungsrisiken auf die Geschäftsentwicklung derzeit nicht absehbar
  • Geplante Refinanzierung der Anleihe 2012/2022 über den Kapitalmarkt nach Einschätzung des Managements auf absehbare Zeit nicht möglich
  • Verlängerung um fünf Jahre sowie Zinsreduzierung auf 2,5 % p.a. und qualifizierter Rangrücktritt auf Zinszahlungen für beide Anleihen geplant
  • Verzicht auf die Rückzahlungsoption im Falle eines Verkaufs der operativen Tochtergesellschaften zur Abwehr einer möglichen Enteignung oder eines Finanzierungsverbots für ausländische Gesellschaften
  • Einladung zu Anleihegläubigerversammlungen am 9. und 10. Mai 2022 in Sinsheim im Bundesanzeiger und auf der Unternehmenswebsite veröffentlicht

Walldorf, 5. April 2022 - Die Ekosem-Agrar AG, deutsche Holdinggesellschaft der auf Milchproduktion in Russland ausgerichteten Unternehmensgruppe Ekoniva, hat beschlossen, den Anleihegläubigern vorzuschlagen, die Inhaber-Teilschuldverschreibungen 2012/2022 (ISIN: DE000A1R0RZ5) und die Inhaber-Teilschuldverschreibungen 2019/2024 (ISIN: DE000A2YNR08) um jeweils fünf Jahre zu verlängern und den Zinssatz von 8,5 % respektive 7,5 % p.a. auf jeweils 2,5 % p.a. (rückwirkend ab dem jeweils letzten Zinszahlungstermin) zu reduzieren. Die Ekosem-Agrar Anleihe 2012/2022 soll dann am 7. Dezember 2027 und die Ekosem-Agrar Anleihe 2019/2024 am 1. August 2029 zur Rückzahlung fällig werden. Darüber hinaus werden die Anleihegläubiger um einen qualifizierten Rangrücktritt für die Zinszahlungen gebeten, um Risiken aus der sich dynamisch verändernden regulatorischen Situation, aber auch der schwer planbaren wirtschaftlichen Entwicklung zu vermeiden. Außerdem bittet die Gesellschaft die Anleihegläubiger um den Verzicht auf die Rückzahlungsoption im Falle eines Verkaufs der Anteile an den russischen operativen Gesellschaften (Kontrollwechsel). Dies ist deshalb wichtig, weil das Unternehmen im Falle einer drohenden Enteignung, eines Finanzierungsverbots oder weiterer möglicher Restriktionen für ausländische Gesellschaften nur durch einen Verkauf der Anteile an eine in Russland ansässige Gesellschaft einen Totalverlust der Vermögenswerte vermeiden könnte. Solche Maßnahmen wurden in Russland bereits diskutiert und für einige bestimmte Fälle in Kraft gesetzt. Die Gesellschaft hält es im Interesse der Anleihegläubiger für erforderlich, auf diesen Fall vorbereitet zu sein.

Wolfgang Bläsi, CFO der Ekosem-Agrar AG: "Die politische und wirtschaftliche Entwicklung der letzten Wochen einschließlich der Sanktionen gegen Russland sowie die russischen Gegensanktionen haben massive Auswirkungen auf die weiteren Finanzierungsmöglichkeiten und -kosten der Gruppe. Die Reichweite und Zuverlässigkeit von Prognosen sind extrem erschwert und wir erwarten, dass sich daran auf absehbare Zeit wenig ändern wird. Deswegen bleibt uns derzeit keine andere Wahl, als die beiden Anleihen zu veränderten Konditionen zu verlängern, um den unternehmerischen Handlungsspielraum zu erhalten und die Anleihegläubiger bestmöglich zu schützen."

Stefan Dürr, Vorstandsvorsitzender und Hauptaktionär der Ekosem-Agrar AG: "Die aktuelle Situation war für uns nicht vorhersehbar. Unser Unternehmen steht seit über 20 Jahren symbolisch für eine erfolgreiche deutsch-russische Zusammenarbeit und für einen fruchtbaren Dialog und Wissenstransfer zwischen unseren Ländern. Umso betroffener macht uns die jüngste Eskalation im Russland-Ukraine-Konflikt und das damit verbundene Leid von Millionen Menschen. Wir hoffen auf eine baldige friedliche Lösung und eine schnelle Rückkehr zum Dialog."

Die Ekosem-Gruppe ist in den letzten Jahren profitabel gewachsen. Sie ist marktführender Produzent im russischen Rohmilchmarkt, bedeutender Hersteller von Milchprodukten und zählt zu den Top-3-Rohmilchproduzenten weltweit. Die Finanzierung über insgesamt drei Unternehmensanleihen am deutschen Kapitalmarkt hat einen wertvollen Beitrag zu dieser erfolgreichen Entwicklung geleistet. Die erste Anleihe 2012/2021 wurde im März 2021 zur Endfälligkeit wie geplant zurückgezahlt. Für die im Dezember 2022 fällige Anleihe 2012/2022 war eine Refinanzierung nach Fertigstellung der Jahresabschlüsse 2020 im Laufe des Jahres geplant. Hierfür sind die Erfolgsaussichten nach Einschätzung des Managements und ihrer Finanzberater nun nicht mehr gegeben. Die Prüfung des nach der grundlegenden Einigung mit der wichtigsten finanzierenden Bank in Russland fertiggestellten Jahresabschlusses 2020 kann aufgrund der aktuellen politischen und wirtschaftlichen Unsicherheit zunächst nicht abgeschlossen werden. Die Gesellschaft steht im engen Dialog mit dem Abschlussprüfer, um den Prozess zu vollenden, sobald es die Marktsituation wieder erlaubt.

Die Gesellschaft möchte ihre Anleihegläubiger über die Hintergründe und die erforderliche Anpassung der Anleihebedingungen der beiden Anleihen informieren und lädt aus diesem Grund und zum Zwecke der Beschlussfassung zu jeweils einer Anleihegläubigerversammlung am 9. Mai 2022 für die Inhaber-Teilschuldverschreibungen 2012/2022 (ISIN: DE000A1R0RZ5) und am 10. Mai 2022 für die Inhaber-Teilschuldverschreibungen 2019/2024 (ISIN: DE000A2YNR08) in Sinsheim ein.

Die Einladungen für die jeweilige Anleihe mit der Tagesordnung und den Hintergründen zur vorgeschlagenen Beschlussfassung wurden heute im Bundesanzeiger veröffentlicht und sind auf der Internetseite der Ekosem-Agrar AG mit den erforderlichen Formularen für die Anmeldung unter https://www.ekosem-agrar.de/investor-relations/ abrufbar.

Einladung zur Investorentelefonkonferenz

Um die aktuelle Situation und die Beschlussvorschläge näher zu erläutern, lädt der Vorstand alle Anleihegläubiger ein, an einer Investorentelefonkonferenz am Donnerstag, den 7. April 2022, um 11:00 Uhr (MESZ) teilzunehmen. Der Gemeinsame Vertreter der Anleihe 2019/2024, die e.Anleihe GmbH mit dem Geschäftsführer Christoph Chardon, der von der Gesellschaft ebenfalls als Gemeinsamer Vertreter für die Anleihe 2012/2022 vorgeschlagen wurde, wird die Telefonkonferenz ebenfalls zum Anlass nehmen, um sich den Anleihegläubigern vorzustellen.

Interessierte Anleihegläubiger können sich via E-Mail an ir@ekosem-agrar.de für die Telefonkonferenz anmelden und werden gebeten ihren Status als Anleihegläubiger mit einem Depotnachweis zu belegen.


Über Ekosem-Agrar
Die Ekosem-Agrar AG, Walldorf, ist die deutsche Holdinggesellschaft der Ekoniva Gruppe, eines der größten russischen Agrarunternehmen. Mit einem Bestand von mehr als 216.000 Rindern (davon über 112.000 Milchkühe) und einer Milchleistung von rund 3.100 Tonnen Rohmilch pro Tag ist die Gesellschaft größter Milchproduzent des Landes. Die Gruppe kontrolliert eine landwirtschaftliche Nutzfläche von ca. 630.000 Hektar und zählt darüber hinaus zu den führenden Saatgutherstellern Russlands. Gründer und Vorstand des Unternehmens ist Stefan Dürr, der seit Ende der 1980er Jahre in der russischen Landwirtschaft aktiv ist und deren Modernisierung in den letzten drei Jahrzehnten entscheidend mitgeprägt hat. Für seine Verdienste um den deutsch-russischen Agrar-Dialog wurde er 2009 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Die Unternehmensgruppe ist mit ca. 12.000 Mitarbeitern in neun Verwaltungsgebieten in Russland vertreten. Ekosem-Agrar hat im Geschäftsjahr 2019 eine Betriebsleistung von 565 Mio. Euro und ein bereinigtes EBITDA von 167 Mio. Euro erwirtschaftet.

Ekosem-Agrar Kontakt
Irina Makey // Ekosem-Agrar AG // Johann-Jakob-Astor-Str. 49 // 69190 Walldorf // T: +49 (0) 6227 3585 919 // E: irina.makey@ekosem-agrar.de

Presse / Investor Relations
Fabian Kirchmann, Anna-Lena Mayer // IR.on AG // T: +49 (0) 221 9140 970 // E: presse@ekosem-agrar.de



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