Vedes Anleihe
Interview

3 Fragen an…

Dr. Thomas Märtz, CEO der VEDES AG, anlässlich der Emission der 2. Unternehmensanleihe

Der Spielwarenmarkt ist am deutschen Kapitalmarkt bislang stark unterrepräsentiert. Das kann sich jetzt mit der neuen Unternehmensanleihe der führenden europäischen Verbundgruppe für Spielwaren ändern. Die VEDES AG, mit mehr als 1.050 angeschlossenen Händlern in 8 europäischen Ländern, emittiert eine 5-jährige Anleihe im Volumen von 20 Mio. Euro mit einem Zinskupon von 7,125 %. Zeichnungsstart ist am 10. Juni 2014.

BOND POINT: Wenn man die Mittelverwendung aus dem Juristen-Deutsch übersetzt, gehen die 20 Mio. Euro nahezu vollständig in den Erwerb und die Integration des Spielwarengroßhändlers Hoffmann. Ist dieser Preis gerechtfertigt?

Dr. Märtz: Wir haben die Assets von Hoffmann Anfang 2014 zu einem Preis von rund 12 Mio. Euro erworben und dies mit einer kurzlaufenden Unternehmensanleihe im Zuge eines Private Placement finanziert. Aus Zeitgründen konnten wir damals kein öffentliches Angebot machen. Das holen wir jetzt nach und stellen die Finanzierung damit auf eine deutlich längerfristige Basis. Natürlich kostet die jetzt erfolgende Integration noch Zeit und auch Geld. Wir sind aber auf einem sehr guten Weg.

Nach unserer Einschätzung waren wir im Spielwarengroßhandel die Nummer 2, mit etwas Abstand auf die Nummer 1 Hoffmann. Dass sich uns die Gelegenheit bot, das operative Großhandelsgeschäft von Hoffmann zu übernehmen, war eine einmalige Chance, um uns zum führenden Großhändler in Deutschland zu entwickeln. Aus diesem Zusammengehen ergeben sich eine ganze Reihe strategischer Ansatzpunkte, um die neue Unternehmensgruppe noch zukunftssicherer sowie wachstums- und renditestärker aufzustellen. Durch das Zusammenlegen der Sortimente und das Bündeln der Volumina können wir vor allem Einkaufsvorteile generieren. Die insgesamt höheren Volumina eröffnen uns auch neue Perspektiven bei Eigenmarken und Exklusiv-Produkten. Insgesamt werden wir in diesem Zuge den Importanteil aus Fernost erhöhen und dadurch Margenverbesserungen erzielen. Weitere Kosteneinsparungen werden wir durch das Zusammenlegen der Logistik und der Verwaltung erzielen.

Eine ganz besondere strategische Bedeutung kommt dem jetzt deutlich verbreiterten Marktzugang zu allen Vertriebskanälen zu. VEDES war bisher mit einem Anteil von 87% sehr stark auf den Fachhandel ausgerichtet. Das wollen wir innerhalb der nächsten zwei Jahre etwas breiter diversifizieren und künftig im SB-Handel rund 20% und mit dem Online-Handel über 10% unserer Umsätze erzielen. Die Hoffmann-Übernahme hilft uns dabei sehr, weil die zusätzlichen rund 4.500 Großhandelskunden bereits recht breit über die Vertriebskanäle gestreut sind. Mein Fazit: Dieses Projekt ist geradezu einmalig in der Kosten-Nutzen- oder Chancen-Risiken-Relation für einen Player wie uns.

BOND POINT: Wie sehen jetzt Ihre Wachstumsziele aus?

Dr. Märtz: Wir haben uns zum Ziel gesetzt, innerhalb der nächsten zwei Jahre den Umsatz im Spielwarengroßhandel von zuletzt 52 Mio. Euro auf über 125 Mio. Euro zu steigern. Ertragsseitig wird 2014 ein Jahr des Übergangs. 2015 sollten dann bereits die positiven Effekte sichtbar werden und zu einem ausgeglichenen Ergebnis führen. 2016 sind dann sehr deutlich positive Erträge geplant. Das ist auch das was unsere Aktionäre aus der Vergangenheit kennen. Denn seit 2009 sind wir durchweg profitabel und vor allem auch cash-flow-stark.

BOND POINT: Wie sind Sie mit dem laufenden Geschäftsjahr bisher zufrieden?

Dr. Märtz: Wie schon gesagt, ist 2014 für uns nach der Übernahme des bis dato führenden Großhandelsgeschäfts ein Jahr des Übergangs. Wir konnten beim Umsatz im ersten Quartal bereits sehr deutlich zulegen, konkret von 16,3 Mio. Euro auf 35,6 Mio. Euro. Viele Aufgaben, die uns aus der Integration des Großhandels von Hoffmann erwachsen, haben wir bereits erledigt, andere sind in der Umsetzung. Das verursacht gewisse Kosten und belastet vorübergehend unser Ergebnis. Aber auch hier liegen wir voll im Plan. Ein spannendes Jahr mit einem herausfordernden Projekt und einem bereits deutlich gestärkten Selbstbewusstsein unsererseits, denn wir sehen, wie weit wir mit der Integration und unseren strategischen Maßnahmen schon gekommen sind.

Herr Dr. Märtz, vielen Dank für das Gespräch.

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